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Lipica und die Lipizzaner-Pferde: das ursprüngliche Gestüt

Lipica und die Lipizzaner-Pferde: das ursprüngliche Gestüt

From Ljubljana: Lipica stud farm and coastal Piran

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Wofür ist Lipica berühmt?

Lipica ist das ursprüngliche Gestüt des Lipizzaner-Pferdes — der weißen Pferde der Spanischen Hofreitschule in Wien. Die Kobilarna Lipica züchtet seit 1580 kontinuierlich Lipizzaner, was sie zu einer der ältesten Pferdezuchtstätten der Welt macht. Besucher können Trainingseinheiten beobachten, die Classic Riding Show besuchen und das Gestüt mit Ställen und Gelände besichtigen.

Lipica: woher die weißen Pferde Wiens kommen

Die Spanische Hofreitschule in Wien ist eine der meistbesuchten Institutionen Mitteleuropas, jährlich von Millionen beobachtet, die ihre weißen Pferde bei Bewegungen außergewöhnlicher Präzision und Kraft beobachten. Sehr wenige dieser Besucher wissen, dass diese Pferde von einem kleinen Gestüt auf einem Kalksteinplateau im südwestlichen Slowenien stammen.

Lipica — 7 Kilometer vom Divača-Bahnknotenpunkt entfernt, von Karstwald umgeben — züchtet seit 1580 Lipizzaner-Pferde. Der Habsburger Erzherzog Karl II. von Innerösterreich gründete das Gestüt an diesem Ort gezielt und importierte spanische, italienische und Berber-Pferde, um ein Reitschulpferd für den kaiserlichen Hof zu entwickeln. Viereinhalb Jahrhunderte lang, mit Unterbrechungen durch Kriege und politische Umwälzungen, wurden die Pferde hier auf demselben Boden gezüchtet.

Das Gestüt heute (Kobilarna Lipica) ist eine slowenische öffentliche Institution, eines von fünf verbleibenden offiziellen Lipizzaner-Gestüten in den Nachfolgestaaten des Habsburger-Reiches.

Der Lipizzaner: kurze Geschichte

Der Rassenname kommt von Lipica (Lipizza auf Italienisch, Lippiza auf Deutsch). Das Gründungsblut kombinierte spanische andalusische Pferde — geschätzt für ihre Sammlung und erhöhte Bewegung — mit italienischen (neapolitanischen), arabischen und lokalen Karstpferde-Linien. Die Karstpferde steuerten Robustheit bei; die spanischen und italienischen Linien steuerten die Eleganz und Trainierbarkeit bei, die für Haute-École-Dressur erforderlich ist.

Die Rasse war dreimal fast ausgerottet: während der Napoleonischen Kriege (die Stuten wurden tief nach Kroatien und in die Slowakei evakuiert), während des Ersten Weltkriegs (nach Böhmen und Ungarn evakuiert) und am dramatischsten im Zweiten Weltkrieg (General George Pattons US-Armee rettete die Pferde aus deutschen Händen 1945 in der sogenannten Operation Cowboy — eine Geschichte, die gut genug bekannt ist, um 1963 in einem Walt-Disney-Film verewigt zu werden).

Heute wird der Lipizzaner in sechs Gestüten gezüchtet: Lipica (Slowenien), Piber (Österreich, das die Spanische Hofreitschule beliefert), Đakovo (Kroatien), Szilvásvárad (Ungarn), Kladruby nad Labem (Tschechien) und Topol’čianky (Slowakei).

Was in Lipica zu sehen ist

Die Gestütsgebäude: Die ursprünglichen 17. Jahrhundert-Gestütsgebäude wurden über die Jahrhunderte erweitert und verändert, behalten aber ihren Kerncharakter — niedrige Kalksteingebäude um eine Reihe von Höfen, die Pferde in ihren Ständen sichtbar. Dies ist ungewöhnlich unter Pferde-Attraktionen, die dazu neigen, für Besucher überzugestalten. Lipica sieht noch aus wie ein Ort, an dem Pferde gezüchtet und trainiert werden.

Die Koppeln und das Jungherd-Programm: Die Felder des Gestüts beherbergen Stuten mit Fohlen, Jungtiere in verschiedenen Trainingsstadien und die Zuchthengste. Ein Frühjahrbesuch (Mai–Juni) bietet die beste Chance, junge Fohlen zu sehen — dunkel geboren und langsam werdend weiß.

Morgentraining: Von Dienstag bis Samstag finden Trainingseinheiten für die Reitpferde in der Innenhalle ab ca. 08:00–10:00 statt. Diese sind für Besucher zugänglich (kleiner Aufpreis), von der Galerie über der Halle aus beobachtet. Dies ist eine Arbeitssitzung, kein Auftritt — man sieht Übungen, Korrekturen, Übergänge — und gibt ein besseres Verständnis der tatsächlichen Trainingsbeziehung zwischen Pferd und Reiter.

Die Classic Riding Show: Das Signature-Besucher-Event — eine 50-minütige Vorführung in der Innenhalle mit mehreren Paaren, die klassische Dressurbewegungen und die Airs above the Ground vorführen. Pferde und Reiter werden in Periodenkostüm präsentiert. Die Capriole (ein levitierender Kick) und die Levade (erhobene Vorderhand, auf gebeugten Hinterbeinen ausbalanciert) sind die Höhepunkte für das Publikum. Shows laufen an ausgewählten Tagen von Frühling bis Herbst. Den aktuellen Zeitplan unter der Lipica-Website prüfen. Eintritt für die Show ca. EUR 15–20 obenauf auf das Grundticket des Gestüts.

Die Besucher-Ausstellung: Eine gut präsentierte permanente Ausstellung zur Geschichte der Rasse, der Beziehung des Gestüts zur Spanischen Hofreitschule und dem weiteren Lipizzaner-Heritage-Netzwerk.

Kutschenfahrten: Pferdekutschen-Fahrten rund ums Gut sind verfügbar (ca. EUR 10–15 pro Person für einen 30-minütigen Rundkurs).

Die Karstlandschaft rund um Lipica

Das Gestüt liegt auf dem Klassischen Karstplateau — dem Kalksteingelände, das der Geologie das Wort „Karst” gab. Die Landschaft ist charakteristisch: felsig, bewaldet mit mediterraner Eiche und Schwarzkiefer, durchsetzt von Erdfällen und Kalksteinaufschlüssen.

Die Lipica- und Piran-Ganztages-Tour kombiniert das Gestüt mit der Küstenstadt Piran an der Adria — zwei sehr verschiedene Erlebnisse, die zusammen einen Sinn für die bemerkenswerte geographische und kulturelle Bandbreite der südwestlichen Ecke Sloweniens geben.

Lipica mit nahegelegenen Attraktionen kombinieren

Škocjan-Höhlen (10 km von Lipica) ist die natürliche Kombination — ein Morgen in Škocjan auf einer geführten Untergrundtour, Mittagessen in Divača oder Lipica, Nachmittag am Gestüt. Dies ist einer der besten verfügbaren Tagesausflüge ab Ljubljana mit einem Auto: zwei UNESCO-qualitätsreiche Stätten an einem Morgen und Nachmittag.

Postojna-Höhle (20 km östlich) ist die kommerzielle Alternative zu Škocjan.

Piran (30 km südlich) fügt einen küstennahen halben Tag zu einem Karst-Rundkurs hinzu. Siehe den Piran-Wanderführer für Besucher-Informationen.

Ehrlicher Rat

Die meisten Besucher kommen für die Classic Riding Show und sind zufrieden. Die Show ist wirklich beeindruckend — die Airs above the Ground sind schwer gut auszuführen, und die Lipica-Pferde machen es gut.

Was viele Besucher verpassen, ist der arbeitende Charakter des Gestüts — das Morgentraining, die Koppeln mit Fohlen, das nicht-inszenierte Leben der Pferde. Wenn man die Flexibilität hat, morgens statt nur für eine Show anzukommen, gibt die Kombination aus Trainingsbeobachtung und Classic Riding Show ein viel vollständigeres Bild.

Das Gelände und die Karstlandschaft sind angenehm zum Gehen. Mindestens 3 Stunden für den Besuch einplanen (4–5 Stunden für Morgentraining und Show).

Praktische Informationen

Standort: Lipica 5, 6210 Sežana, Slowenien.

Öffnungszeiten: Das Gestüt ist täglich ganzjährig geöffnet. Classic Riding Shows an bestimmten Tagen (nicht täglich) von April bis Oktober; Morgentraining Dienstag–Samstag ca. 08:00–10:00.

Tickets: Grundbesuch des Gestüts ca. EUR 15–20. Kombiticket mit Classic Riding Show EUR 25–35. Shows im Voraus online buchen in der Hauptsaison.

Unterkunft: Lipica hat ein Hotel auf dem Gestütsgelände (Hotel Maestoso) — ein ungewöhnliches Erlebnis, buchstäblich am Gestüt zu übernachten.

Anfahrt ohne Auto: Zug oder Bus nach Divača, dann Taxi (ca. EUR 10–15 für die 7 km).

Häufig gestellte Fragen zu Lipica und den Lipizzaner-Pferden

Sind die Lipizzaner-Pferde immer weiß?

Nein — Fohlen werden dunkel geboren (braun, grau oder schwarz) und hellen sich im Laufe mehrerer Jahre zum charakteristischen weißen oder hellgrauen Fell auf, das Erwachsene zeigen. Das vollständige weiße Fell entwickelt sich normalerweise zwischen dem 7. und 10. Lebensjahr. Gelegentliche Pferde bleiben ihr ganzes Leben dunkelgrau.

Wie verhält sich Lipica zur Spanischen Hofreitschule in Wien?

Die Spanische Hofreitschule in Wien wird mit Pferden aus dem Piber-Gestüt in Österreich beliefert (nicht direkt aus Lipica heute), aber Lipica ist der historische Ursprung der Rasse und der Trainingstradition. Beide Institutionen pflegen eine formale Beziehung und teilen das Lipizzaner-Erbe.

Können Kinder in Lipica Lipizzaner reiten?

Reitstunden sind in Lipica für Besucher verfügbar, aber das Kinderprogramm variiert saisonal — die Lipica-Website oder direkt das Gestüt kontaktieren. Ponyreiten für sehr junge Kinder kann an bestimmten Tagen verfügbar sein. Kutschenfahrten sind für alle Altersgruppen geeignet.

Ist der Lipica-Besuch für Menschen geeignet, die keine Pferdeliebhaber sind?

Ja — die Anlage, die Karstlandschaft, die historische Architektur und das visuelle Drama der Vorführung sind für Besucher ohne spezifisches Pferdewissen zugänglich und interessant. Die Kombination mit Škocjan-Höhlen (10 km) ergibt einen ganzen Tag wirklich abwechslungsreicher Erlebnisse.

Was ist die beste Jahreszeit für den Besuch in Lipica?

Frühling (April–Juni) für die Fohlen und die blühende Karstlandschaft. Mai und Juni bieten die beste Kombination aus Fohlen in den Koppeln, vollem Classic-Riding-Show-Zeitplan und mildem Wetter. Sommer (Juli–August) ist die Haupttouristensaison mit am häufigsten geplanten Shows. Herbst (September–Oktober) hat weniger Massen und die Landschaft ist schön.

Häufige Fragen zu Lipica und die Lipizzaner-Pferde

  • Was ist das Lipizzaner-Pferd?
    Der Lipizzaner ist eine mitteleuropäische Pferderasse, die ab 1580 in Lipica entwickelt wurde, zunächst von den Habsburgern als Reitschu l-Pferd durch Kreuzung spanischer und anderer Blutlinien. Die Rasse ist durch einen kompakten, muskulösen Körperbau, einen edlen Kopf, einen langen, gewölbten Hals und — bei erwachsenen Pferden — ein weißes oder graues Fell gekennzeichnet (Fohlen werden dunkel geboren und werden im Laufe mehrerer Jahre weiß). Sie sind am bekanntesten als die Pferde der Spanischen Hofreitschule in Wien.
  • Was kann man in Lipica sehen?
    Das Gestüt bietet: geführte Stallführungen (die Hauptgestütsgebäude, Koppeln und die Pferde in Ruhe); die Classic Riding Show (eine Dressur-Vorführung in der Innenhalle, ca. 50 Minuten); morgens beobachtbare Trainingseinheiten von der Galerie aus; Kutschenfahrten rund ums Gelände; und eine informative Besucher-Ausstellung über die Lipizzaner-Rasse und die Geschichte des Gestüts.
  • Wie kommt man von Ljubljana nach Lipica?
    Mit dem Auto: 100 km südwestlich, ca. 1 Stunde auf der Autobahn A1 nach Divača, dann Nebenstraßen. Von Divača ist Lipica 7 km (10 Minuten). Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus oder Zug nach Divača, dann Taxi nach Lipica (kein direkter Bus). Lipica liegt 10 km von Škocjan-Höhlen entfernt, was eine natürliche Kombination für einen Tagesausflug ab Ljubljana ergibt.
  • Lohnt sich die Classic Riding Show?
    Ja — für die meisten Besucher ist es das Highlight des Lipica-Besuchs. Die 50-minütige Show präsentiert ein Programm von Dressurbewegungen einschließlich der Airs above the Ground, vorgeführt von weißen Lipizzaner-Hengsten mit Reitern in Periodenkostüm. Wirklich beeindruckend, besonders die Capriole und die Levade.
  • Bleiben Lipizzaner-Fohlen in Lipica?
    Alle in Lipica geborenen Lipizzaner sind dunkel — braun, grau oder schwarz — und hellen sich im Laufe mehrerer Jahre auf das charakteristische weiße oder hellgraue Fell der Erwachsenen auf, das sich normalerweise zwischen dem 7. und 10. Lebensjahr entwickelt. Fohlen aus Lipica gehen durch ein komplexes System: Einige bleiben als Teil des Zuchtprogramms in Lipica, andere werden an die Spanische Hofreitschule in Wien oder an andere Gestüte im Lipizzaner-Heritage-Netzwerk übertragen.

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